zurück zur Hauptseite

Der Krieg kehrt „heim ins Reich“

(aus dem Katalog zur Ausstellung "Historica in studentischem Besitz" im Historischen Seminar der Universität Bonn)

1. Luftschutz und Bombenkrieg im Deutschen Reich

 

Wenn es den Briten jemals gelingen sollte, Berlin zu bombardieren, dann dürfe man ihn Meier nennen und er werde auch einen Besen fressen. [1] So sprach Hermann Göring noch im Mai 1940 und drückte damit die vorherrschende Meinung der NS-Führungsspitze wie des deutschen Volks aus: Angriffe auf das Reich selbst, auf die Städte Deutschlands wurden weithin für unmöglich gehalten.

Doch schon im Sommer 1940 wurde Göring alias Besen-Meier eines Besseren belehrt. Die britische Royal Airforce flog die ersten Angriffe mit Langstreckenbombern auf deutsche Großstädte, auch auf Berlin. Der Luftkrieg beschränkte sich nicht auf die Zerstörung kriegswichtiger Ziele. In der irrigen Hoffnung, den Widerstandswillen der Bevölkerung zu brechen und dadurch den Krieg zu verkürzen, führten amerikanischen und britische Luftwaffe in den folgenden Jahren einen Terrorkrieg gegen die Zivilbevölkerung. Ab 1942 wurden die deutschen Städte in einem kaum vorstellbaren Ausmaß verwüstet, ihr Gesicht für immer verändert.

Dabei waren bereits direkt nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ 1933 erste Vorbereitungen zum Aufbau eines funktionierenden Luftschutzes des Deutschen Reichs getroffen worden. Als Aufgabe des Luftschutzes wurde in erster Linie der Schutz der Wehrmacht und ihrer „Kraftquellen“ angesehen. Das Wohlergehen von Zivilisten interessierte nur soweit, wie ihre Arbeitskraft und ihr Widerstandswillen der Kriegsführung dienlich waren. [2] Im Luftschutzgesetz vom 26.6.1935 wurden die Städte und Gemeinden dem Grad ihrer Gefährdung nach in Luftschutzorte I., II. und III. Klasse eingeteilt. Die Durchführung des Luftschutzes war demnach Aufgabe des Reichsluftfahrtministers, also des Staates. Der einzelne Bürger war aber verpflichtet, ebenfalls Dienst- und Sachleistungen für den Luftschutz zu erbringen.

Schon 1933 war der Reichsluftschutzbund (RLB) gegründet worden, dessen Aufgabe vor allem in der Ausbildung von Selbstschutzgruppen lag. Der RLB übernahm zusammen mit der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) [3] auch die Verteilung der Volksgasmasken (siehe Abschnitt 2). Wurden bis zum Beginn des Krieges vom RLB nur die sog. Blockwarte geschult, so wurde zu Kriegsbeginn versucht, möglichst alle Bürger in der Durchführung des Luftschutzes zu unterweisen: Bau von Schutzräumen und ihre Abdichtung gegen Gas, Gebrauch der Volksgasmaske, Verdunkelung, Schadensbegrenzung nach einem Angriff (löschen von Bränden). [4] Im Krieg zählte der RLB bis zu 20 Mio. Mitglieder. Es stellte sich heraus, daß die Selbstschutzgruppen bei kleineren Angriffen gut funktionierten, bei Großangriffen jedoch hoffnungslos überfordert waren. Die Effektivität wurde später durch immer mehr Einberufungen zur Wehrmacht eingeschränkt. 1935 wurde der sog. Werkluftschutz ins Leben gerufen, der Schutzräume in Betrieben anlegte und die Belegschaft in der Schadensbegrenzung schulte. In vielen verteilten Büchern ging man soweit, den Luftschutz zur nationalen Aufgabe hochzustilisieren: „Ein Volk, das sich untätig und willenlos feindlicher Willkür preisgibt, hat seine Existenz verwirkt. Ein Volk aber, das den eisernen Willen zur Selbsterhaltung in sich trägt, wird auch den Gefahren aus der Luft erfolgreich trotzen. Luftschutz ist Verantwortung, Verantwortung ist Ehre!“, hieß es beispielsweise in Edmund Heines „Luftschutzfibel“ von 1934. [5]

Das Ziel war in den dreißiger Jahren für ca. 10% der Bevölkerung öffentliche Schutzräume bereitzustellen. Der Rest sollte im eigenen Keller Schutz suchen. Materialengpässe und Arbeitskräftemangel ließen die Bauarbeiten jedoch nur langsam vorankommen.[6]

Die ersten Angriffe auf deutsche Städte nahm man in Berlin aber dann zum Anlaß, am 10.10.1940 ein überstürztes „Führer-Sofortprogramm“ ins Leben zu rufen. Dieses sah den extensiven Bau von bombensicheren [7] Schutzbauten vor, auch sollten behelfsmäßige Räume eingerichtet werden und bestehende verstärkt werden. Das Programm wurde nicht zuletzt deshalb ins Leben gerufen, weil man mit dem Beginn des Rußlandfeldzugs im folgenden Jahr heftigere Luftangriffe der Briten erwartete. Die Planungen, die die Städte im Rahmen des „Führer-Sofortprogramms“ anstellten, waren jedoch in der Regel mit den vorhandenen Mitteln niemals rechtzeitig umzusetzen gewesen. Viele teure Tief- und Hochbunker mit meterdicken Stahlbetondecken sollten gebaut werden (die Hochbunker wurden oft getarnt als Kirchen oder Teile einer alten Stadtbefestigung). Für diese Bauten standen weder genügend Baumaterial noch Arbeitskräfte zur Verfügung. Zwar wurden später viele Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene zum Bunkerbau eingesetzt, doch war das „Führer-Sofortprogramm“ wegen seiner unrealistischen Dimension wohl eher Propaganda, nicht viel mehr als „Augenwischerei“ [8] , denn nur für 1-2% der Bevölkerung des Deutschen Reichs standen im Krieg Plätze in bombensicheren Bunkern zur Verfügung.

Ebenfalls bemerkenswert ist, daß der Luftschutz wie erwähnt Aufgabe des Reichsluftfahrtministeriums war, die Durchführung vor Ort (Schadensbegrenzung, Feuerwehr, Sicherheits- und Hilfsdienst) aber der Polizei, die ja ab 1936 dem Reichsführer SS unterstellt war. Wie in vielen Bereichen des „Dritten Reichs“ resultierte diese Kompetenzüberschneidung in Streitereien und mangelnder Effektivität.[9]

Wie sah nun der konkrete Ablauf bei einem Luftangriff aus? Fingen deutsche Funkmeßstationen die Signale von Feindflugzeugen mit Kurs aufs Reich auf, wurden die Luftschutzleiter der betroffenen Orte informiert (in der Regel waren dies die Polizeipräsidenten). Diese alarmierten die Flugabwehr und stellten Beobachter auf, meist auf Kirchtürmen oder anderen hohen Gebäuden. Etwa 10 Minuten vor Eintreffen der Bomber wurde die Bevölkerung mit Sirenen gewarnt. Wurde am Anfang des Krieges noch häufig grundlos Alarm ausgelöst, so wurden die Sirenentöne später verfeinert (Öffentliche Luftwarnung => Fliegeralarm => Akute Luftgefahr => Vorentwarnung => Entwarnung). Dies geschah hauptsächlich, weil die Produktionsausfälle wegen dieser Fehlalarme sehr hoch waren und man die kriegswichtige Industrieproduktion nicht unnötig anhalten wollte. Auch hier wird wieder der Vorrang der „Kraftquellen“ der Wehrmacht gegenüber Menschenleben erkennbar. Nach einem Angriff war in der Regel schnell der Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD) zur Stelle, dem Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Entgiftungstrupps und die Technische Nothilfe unterstellt waren. Zunächst wurden Brände gelöscht, Verletzten erste Hilfe geleistet und Vermißte gesucht [10] . Mit zunehmender Intensität der Angriffe und mangelndem Personal wurde die Arbeit des SHD jedoch immer mehr erschwert.

Um den Widerstandswillen und die Arbeitskraft der Bevölkerung zu erhalten, wurden von Seiten der NSDAP große Anstrengungen unternommen, die materiellen Schäden zu lindern, die durch die Bombenangriffe entstanden waren. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) hatte bereits im Vorfeld in Gaststätten und Schulen Auffangstellen für Verletzte und Ausgebombte eingerichtet. Hier wurde den Bombenopfern schnelle und unbürokratische Hilfe zuteil, sie wurden mit Nahrung und Kleidung versorgt und umfassend (soweit dies möglich war) von NSV, NSDAP und der NS-Frauenschaft betreut. Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und Kriegsgefangene retteten Möbel aus zerstörten Häusern und leisteten Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten, wo dies noch möglich war. Andernfalls wurden Familien in Notunterkünften untergebracht. Durch Bombenangriffe entstandene Schäden versprach der Staat zu ersetzen, daher führten viele Deutsche ständig Inventarlisten bei sich, um den genauen Verlust an Hab und Gut belegen zu können. In der Regel wurden jedoch nur Instandsetzungsmaßnahmen und am Anfang des Krieges auch Wiederaufbau von Häusern unterstützt, für einen finanziellen Ausgleich wurden die Geschädigten jedoch auf die Zeit nach dem „Endsieg“ vertröstet. [11] Zum Wiederaufbau und zur Anlage von Luftschutzbauten wurden viele Kriegsgefangene als Arbeiter, Maurer, Dachdecker oder Glaser eingesetzt, diese mußten auch während der Luftangriffe im Freien weiterarbeiten und durften nicht die Schutzräume aufsuchen. KZ-Häftlinge setzte man sogar zur Beseitigung von Blindgängern ein. [12]

Besonders schwer getroffenen Städten bekamen Sonderzuteilungen an Lebensmitteln, die man oftmals aus den besetzten Gebieten herangeschafft hatte. Auch auf andere, makabre Weise kam die Beute von Wehrmacht und SS den Bombenopfern zugute: Viele Möbel aus den Häusern von verschleppten jüdischen Familien wurden verteilt. [13] Auch wurden Obdachlose in die leerstehenden jüdischen Wohnungen eingewiesen. Viele Familien, deren Wohnraum noch intakt war, bekamen per Zwangszuweisung neue Mitbewohner. Wo kein Platz mehr war, mußten die Ausgebombten in Behelfsheimen ohne Strom, Wasser und Kanalisation die nächsten Jahre verbringen. Immerhin versprach die NSDAP schönere Wohnungen für die Zeit nach dem Krieg.

Wie oben dargestellt, kümmerte sich die NSDAP und die ihr angehörenden Organisationen (NSV) mit beispiellosem Einsatz um das relative Wohlergehen der Bombengeschädigten. Daß dies, wie schon erwähnt, nicht aus reiner Nächstenliebe geschah, wird deutlich, wenn man das zugrundeliegende Ziel der „Terrorangriffe“ betrachtet. Beeinflußt von den Theorien des italienischen Generals Douhet (1921) [14] versuchten Engländer und Amerikaner den Krieg ins deutsche Hinterland zu tragen. Auf dem Höhepunkt der Luftschlacht um England sagte Churchill: „Selbst wenn die Legionen der Nazis triumphierend am Schwarzen Meer stehen, selbst wenn Hitler vor den Toren Indiens steht, würde es ihm nichts nützen, falls gleichzeitig der gesamte wirtschaftliche und wissenschaftliche Apparat der deutschen Kriegsmacht in der Heimat zerschmettert am Boden liegt.“ [15] Mit den Angriffen auf die Zivilbevölkerung wollte man den Widerstandswillen des deutschen Volkes zerstören. Die Deutschen sollten sich von den nationalsozialistischen Machthabern abwenden, revoltieren und so den Krieg einem schnelleren Ende zuführen. Auch wollten gerade die Engländer verständlicherweise für die deutschen Terrorangriffe auf englische Städte 1940 Vergeltung üben. [16] Doch die Alliierten erreichten nur das Gegenteil. Zwar wurde durchaus eine umfassende Demoralisierung der Bevölkerung erreicht, durch den verstärkten Einsatz der Partei bei der Soforthilfe, durch unbürokratische Schadensregulierung wurde bei vielen Deutschen jedoch das Bewußtsein erzeugt, daß sich Partei und „Führer“ um sie kümmerten. Die permanenten verheerenden Angriffe erreichten in Teilen eher eine Solidarisierung der „Volksgemeinschaft“, der Haß richtete sich nie gegen den „Führer“, nur gegen die Angreifer, man forderte Vergeltung. [17]

Zum vorbeugenden Schutz der Bewohner der Großstädte und zur besseren Verteilung des immer knapper werdenden Wohnraums setzte mit Fortschreiten des Krieges eine verstärkte Evakuierung ein. Waren anfangs nur Kinder im Rahmen der „Kinderlandverschickung“ betroffen (aus den westdeutschen Industriestädten v.a. zu Verwandten oder zu Familien und in HJ-Heime nach Ost- und Süddeutschland), so ging man ab 1943 dazu über, alle nichterwerbstätigen Personen, teilweise unter Protest der Betroffenen, aus den Städten aufs Land zu evakuieren.[18]

Die Vorbereitungen im Rahmen des Luftschutzes fielen auch deshalb so gering aus (zumindest bis 1940), weil man stets den vollmundigen Versprechungen der Luftwaffe, daß sie die Städte vor Luftangriffen bewahren würde, Glauben geschenkt hatte. Diese hatte jedoch ihre Ressourcen hauptsächlich auf die Produktion von Angriffskräften zur Führung von Blitzkriegen konzentriert, Abfangjäger oder spezielle Nachtjäger zum Schutz des deutschen Hinterlandes standen nur in geringer Stückzahl bereit. So bestand die Luftabwehr im Reich demnach zum großen Teil aus der Kombination Flakartillerie + Scheinwerfer, deren Bau Hitler forciert hatte. Dieses System zeigte sich den ersten 1000-Bomber-Angriffen jedoch nicht gewachsen. Zu spät ging man dazu über, wieder verstärkt Jagdflugzeuge einzusetzen, auch die neuen „Wunderwaffen“ (Me 262) kamen dann nicht mehr ausreichend zum Einsatz. [19]

Zynisch mutet an, welche positiven Seiten der „Völkische Beobachter“ am 7.1.1944 den Bombenangriffen abgewinnen kann: „Es ist nun gar keine Frage, daß der britisch-amerikanische Bombenterror [...] eine nutzbringende bauliche neue Lage schafft. Er macht den verseuchten Raum frei für gesunde, schöne, zweckmäßige Bauten des Sozialismus...“[20]

 

 



2. Die Volksgasmaske

 

Bei dem ausgestellten Objekt handelt es sich um eine Volksgasmaske, mit der Typenbezeichnung VM 37. Hersteller waren die Drägerwerke in Lübeck und die Auergesellschaft in Berlin. Es handelt sich hier um eine Vollmaske, d.h. der Kopf wird vollständig von der Haube umschlossen. Die Haube selbst besteht aus Gummi (Naturkautschuk), Farbe olivgrün und ist im Gesichtsbereich zusätzlich durch Gewebe verstärkt. Die metalleingefaßten Augenfenster bestehen aus durchsichtigem Plastik, sog. Cellon. In Höhe der Nase befindet sich ein Ventil, denn die Maske war als Zwei-Wege-Maske konzipiert (Einatemluft durch den Filter, Ausatemluft durchs Lippenventil in Nasenhöhe).[21] Der aufgeschraubte Filter aus Metall ist unten mit Einatemlöchern versehen und enthält im Innern zunächst eine für die damalige Zeit neuartige Filterschicht, die aus einer Aktivkohle- und Schwebstoffilterschicht bestand (gegen rauch- und nebelförmige Gase, z.B. Senfgas) auf die eine chemische Absorptionsschicht folgt, die als Sicherungsschicht die restlichen Gaspartikel auffängt[22]. Auf den Filter und die Haube sind Reichsadler mit Hakenkreuz aufgedruckt, die Seriennummern sind WaA320 (Haube) und 3361 (Filter). Die Maske mißt 22x12x32 cm (HxBxL) und wiegt 340g.

Das Objekt befindet sich in einem mäßig guten Erhaltungszustand: Die Sichtscheiben sind nahezu blind, die Haube ist unterhalb des Filters leicht eingerissen, das Gummi ist insgesamt brüchig und auch der Filter wird die ihm einst zugedachte Funktion heute wohl kaum noch erfüllen können.

Die Gasmaske befand sich seit Ende der dreißiger Jahre im Besitz von Frau Maria Fuchs aus Bonn-Bad Godesberg, der Großmutter des Autors. Der heutige Sammlerwert der Maske beträgt ca. 300 DM.

1938 war besagte Maske noch um einiges günstiger zu erstehen, der Ausgabepreis betrug 5 Reichsmark. Konnte man Bedürftigkeit nachweisen, wurde sie sogar kostenlos abgegeben. Um die vollständige Versorgung der Bevölkerung mit diesem Gasschutzgerät sicherzustellen, war die Verwendung der Maske im Luftschutz ab dem 29.4.1938 vorgeschrieben. Der Reichsluftschutzbund (RLB) und die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) übernahmen den Verkauf in ganz Deutschland[23]. Die VM 37 und ihre Nachfolgemodelle VM40/44[24] waren in verschiedenen Größen erhältlich, zusätzlich wurden auch noch Überdruck-Gasschutzbetten für Kleinkinder und Masken für Pferde und Hunde verteilt.[25] In Schulungen und Broschüren wurde die Bevölkerung im Gebrauch und in der Pflege der Masken unterwiesen.

Die Gefahr durch Gasangriffe wurde damals als sehr real angesehen, viele Studien beschäftigten sich mit Deutschlands Verwundbarkeit gegenüber Chemiewaffen. Zum Einsatz im wirklichen Ernstfall kamen die Volksgasmasken jedoch nie, da im Zweiten Weltkrieg beide Seiten auf den Einsatz chemischer Kampfmittel verzichteten. Dies geschah auf deutscher Seite aus Angst vor der massiven Vergeltung, die ein solcher Angriff nach sich ziehen würde. Hitler selbst erinnerte sich wohl nur zu gut an seine Verletzungen durch Giftgas als Gefreiter im Ersten Weltkrieg. Die deutsche Luftwaffe war für flächendeckende Gasangriffe von Anfang an zu schwach, auch waren weder Wehrmacht noch Bevölkerung ausreichend mit Gasschutzgeräten versorgt, so daß ein Gaskrieg, einmal begonnen, für Deutschland verheerende Folgen gehabt hätte. [26] Zwar hatte die Wehrmacht Pläne für den Gaseinsatz bei der Einnahme Leningrads erarbeitet, die Verwendung der chemischen Waffe wurde aber trotzdem nie ernsthaft erwogen. [27] Anders im Ersten Weltkrieg, in dem 1915 erstmals von deutscher Seite Chlorgas eingesetzt wurde, als Versuch, den festgefahrenen Stellungskrieg aufzubrechen. Doch der Vorsprung der Deutschen in der chemischen Kriegführung (Deutschland hatte mit damals 80% Anteil fast ein Monopol in der Weltchemieproduktion) wurde von der Entente schnell aufgeholt und es wurde bald von beiden Kriegsparteien verstärkt Giftgas eingesetzt. Bereits 1928 startete das Heereswaffenamt ein umfangreiches Forschungsprogramm zur Weiterentwicklung der chemischen Waffen, das in der Entwicklung des tödlichen Nervengases Sarin durch die IG-Farben gipfelte. Ungeachtet der Tatsache, daß kein Giftgas eingesetzt wurde, hatte das Deutsche Reich bis Kriegsende 1945 große Mengen chemischer Kampfstoffe produziert, insgesamt etwa 70.000 Tonnen. [28]

Wie erst 1986 bekannt wurde, hatte Winston Churchill vor, im Sommer 1940 Giftgas gegen die erwarteten deutschen Invasionstruppen an der englischen Küste einzusetzen. Einen deutschen Gegenschlag gegen die britischen Städte nahm er dabei in Kauf.[29] Auch im Sommer 1944 ließ er prüfen, ob ein Giftgaseinsatz gegen Deutschland erfolgversprechend sein könnte. Er wollte Senfgas gegen das Ruhrgebiet einsetzen, wenn es, wie er sagte, „für uns um Leben und Tod geht“, oder „der Krieg um ein Jahr verkürzt werden kann“. Churchill weiter: „Ich sehe nicht ein, warum wir immer die Nachteile des Gentlemans haben sollen, wenn sie alle Vorteile der Schurken haben.“ Weiter stellt er fest, daß die Deutschen schon längst Giftgas eingesetzt hätten, wenn sie nicht die Vergeltung der Alliierten fürchteten. Denn „sie haben sicherlich keine moralischen Skrupel oder Zuneigung uns gegenüber“. Der Sekretär des Kriegskabinetts, General Ismay, bescheinigte Churchills Vorschlag jedoch keine kriegsentscheidende Wirkung, und so blieb dieser Plan zum Glück eine Fußnote der Geschichte.[30]

 

 

3. Luftschutz und Erlebnisse des Bombenkriegs in Bonn

 



„Sehr bald hörten wir das schon lange bekannte Dröhnen schwerer Bomberverbände über uns. Dieses Mal entluden sie ihre gefürchtete, alles vernichtende Last über Bonn. Etwa eine halbe Stunde lang hörten wir unbeschreibliches, betäubendes Getöse, Gebrüll: pfeifende, heulende Bomben und ihre Einschläge rings herum. Wir knieten am Boden, drückten uns in der Dunkelheit an die Wände während die Erde bebte und die Menschen vor Angst schrien. Von außen her polterten gestürzte Mauern in den Kellereingang...“ [31] So und ähnlich beschreiben viele Zeitzeugen die Schrecken des verheerenden Luftangriffs vom 18. Oktober 1944 auf die bis dahin weitgehend verschont gebliebene Stadt Bonn.

Bonn war schon zu Beginn des Kriegs zum Luftschutzort I. Ordnung erklärt worden, und war auch eine der wenigen Städte, in denen das „Führer-Sofortprogramm“ fast vollständig umgesetzt worden war. Einige bombensichere Bunker waren gebaut, vor allem in den Vororten (Dransdorf, Dottendorf, Kessenich, Godesberg, Beuel), bestehende Räume verstärkt worden. Bonn verfügte danach über 12.000 Schutzplätze in öffentlichen Bunkern. [32]

In der Bevölkerung erklärte man sich die relative Verschonung Bonns bis 1944 mit dem Status als Universitäts- und Kulturstadt. Hartnäckig hielt sich auch das Gerücht, Bonn werde deshalb von den Alliierten nicht angegriffen, weil das Bonner Hotels Hitler 1928 nicht hatten aufnehmen wollen. [33] Die wahren Gründe waren pragmatischer, Bonn wies nämlich laut britischer Militäraufklärung einfach nicht genug bombardierenswerte Ziele auf. [34] Der „lange Krieg zwischen deutschem Beton und britischen Bomben“ [35] wurde einstweilen an anderen Orten ausgefochten, Bonn wurde nur aus Versehen (1940) oder als Ausweichziel für das Ruhrgebiet/Köln (1942) Opfer vereinzelter Angriffe oder Notabwürfe. Die Instandsetzungsarbeiten nach den kleinen Angriffen durch den SHD hatten reibungslos geklappt, Bonn nahm nach den ersten „1000-Bomber-Angriffen“ auf Köln sogar viele Flüchtlinge von dort auf. Auch die Kinderlandverschickung erfolgte nur spärlich, viele Bürger wollten ihre Kinder nicht nach Schlesien schicken, weil sie dort keine religiöse Erziehung bekämen und obendrein von der einheimischen Bevölkerung schlecht behandelt würden. [36] Dies alles sollte sich 1944 schlagartig verändern.

Eigentlich suchte die Royal Airforce nur eine Stadt, deren Bebauung noch weitgehend intakt war, um die Wirksamkeit eines neuen Navigationssystems zu demonstrieren, welches einen Bombenabwurf auch ohne Bodensicht ermöglichte. Obwohl sie 1944 schon einige Angriffe hatte erleiden müssen, war Bonn eine solche Stadt. Am Mittwoch, dem 18. Oktober 1944 starteten etwa 130 Bomber und 220 Begleitjäger in Richtung Rheinland. Um 10:49 Uhr ertönte in Bonn die Sirene „akuter Luftalarm“, acht Minuten später eröffnete die Flak das Feuer und die Bomber setzten ihre tödliche Last frei, die aus Luftminen und Sprengbomben, größtenteils aber aus Brandbomben bestand. Keine 10 Minuten später war der Angriff vorbei und die britischen Maschinen traten den Rückflug an. Am Boden herrschte Chaos, ein Feuersturm fegte durch die Altstadt, in der Innenstadt war kaum ein Gebäude verschont geblieben. Universität, Rathaus, Krankenhäuser, Schulen und Kirchen lagen in Schutt und Asche. Ein Zeitzeuge erlebt den Angriff im Keller der evangelischen Kirche am Hofgarten: „Es waren so viele Menschen dort im Keller, daß wir wie in einer Heringstonne gestanden haben. Wir konnten uns nicht setzen. Der Keller war übervoll. Wir haben gezittert und gebebt.[...] Als Entwarnung kam und wir nach oben gingen, sahen wir, daß die Kirchenbänke brannten. Ich lief raus und sah, daß viele Bäume im Hofgarten entwurzelt und umgestürzt waren. Die Universität brannte. Die Kupfertürme auf der Universität glühten. Das Kupfer schmolz.“[37]

Ein anderer: „Wir hatten eine Zelle im Bunker, die von anderen belegt war. Es waren ca. 6 Quadratmeter, auf die über 20 Menschen kamen. Man muß sich das mal vorstellen. Am anderen Morgen sah ich unten am Rhein meine Freunde liegen.[...] Die Jungens hatten am Rhein gespielt.“ [38]

Eine Zeugin, damals 8 Jahre alt, beschreibt ihre Erlebnisse im Bunker: „Ich habe mich an die Oma gekauert. Plötzlich verspürte ich einen gewaltigen Luftdruck. Alles brannte und bebte sofort. Als das passierte, betete ich pausenlos. Ich muß auch längere Zeit ohnmächtig geworden sein. Dann hörte und sah ich wieder Schutt fallen und stellte fest, daß ich mit dem Unterkörper eingeklemmt war. Ich steckte in den Gesteinsmassen drin. [...] Bis man mich da rausgeholt hat, hat es 14 Stunden gedauert. [...] Meine Mutter war mit dem Neugeborenen umgekommen. Sie müssen sofort tot gewesen sein. Man hat mir nach und nach beigebracht, daß meine ganze Familie umgekommen ist.“[39] .

An diesem Tag starben 300 Menschen, 20.000 wurden obdachlos. [40]

SHD und NSV waren rasch zur Stelle und betreuten die Ausgebombten, unter dem Eindruck des Schreckens setzt eine Solidarisierung der Bevölkerung ein. „Die Hilfsbereitschaft war in dieser Zeit wunderbar“, so eine Zeitzeugin [41] . Ein anderer beobachtet: „Die Panik im Bunker verwandelte die Altstädter in eine christliche Gemeinschaft. Sämtliche Bunkerinsassen waren in das untere Geschoß geflüchtet und beteten.“ [42]



Die „Bonner Nachrichten“ (vormals General-Anzeiger) titelten „Mord-Terror rast über unsere Vaterstadt“. Vier Tage später wurde den Toten in einem öffentlichen Begräbnis auf dem Nordfriedhof die letzte Ehre erwiesen. [43]

Dieser Angriff war der schwerste des Krieges auf Bonn, aber er sollte nicht der letzte gewesen sein. Weihnachten und Silvester 1944 folgen weitere schwere Luftangriffe, um den deutschen Nachschub für die Ardennenoffensive zu behindern. Ziele waren vor allem Gleisanlagen und Bahnhöfe, wegen ungenauer Zielmarkierung wurden aber wieder die Wohngebiete getroffen. Die Viktoriabrücke wurde zerstört, bei Volltreffern auf die Bunker unter dem Münsterplatz und Stiftsplatz starben 122 Menschen. Immer mehr Menschen verließen Bonn, gingen zu Verwandten aufs Land oder nach Ostdeutschland. Auch im Januar und Februar 1945 setzten sich die Angriffe fort. Eine von vielen menschlichem Tragödien am 6. Januar: „Da ist die Bombe in den Keller des Gerichts gefallen. Die Bombe ist im Keller explodiert. Schreinermeister S. war mit Frau und Tochter im Gerichtskeller. Da sagte die Frau: ‚Ich habe das Essen noch auf dem Herd. Lauf schnell nach Hause und stelle es runter.‘ Da ist die Bombe gefallen. Der Mann war gerettet, aber seine Frau und seine Tochter waren im Gericht tot.“ [44]

Im Januar 1945 wurde Bonn zur „Festung“ erklärt, alle Zivilisten sollten die Stadt verlassen, doch kam diesem Aufruf kaum jemand nach. Entgegen ihren Befehlen leistete die Wehrmacht keinen großen Widerstand mehr, als sich die amerikanischen Truppen näherten, weshalb Bonn weitere Bombardements und Beschießungen erspart blieben. Die Wehrmacht zog sich nach Beuel zurück und sprengte die Rheinbrücke. Einen Tag später, am 9. März 1945 wurde die Stadt durch Mitglieder der Stadtverwaltung an die amerikanischen Truppen übergeben. Die erste Frage des amerikanischen Kommandanten soll dem Schicksal des Beethovenhauses gegolten haben. [45]

Der Krieg, der sich gegen die deutsche Zivilbevölkerung wandte, forderte auch in Bonn einen hohen Blutzoll. Insgesamt starben 6376 Bonner, 1500 davon bei Bombenangriffen, Zehntausende waren geflohen. Die Stadt, in der im Jahr 1939 104.337 Menschen lebten, zählte 1945 nur noch 43.000 Einwohner.[46]

 

 

Matthias Fuchs

3. Sem. Neuere Geschichte

 

 

 

Quelle: http://www.return2style.de/vgas.htm

 

 

Quellen und Literatur:

 

Quellen:

 

Draeger-Gasschutz im Luftschutz, Lübeck 1932

 

Heines, Edmund (Hg.), Luftschutz – Die deutsche Schicksalsfrage, Stuttgart 1934

 

Meyer, Julius, Die Grundlagen des Luftschutz, Leipzig 1942

 

Prandtl, Wilhelm u.a., Gaskampfstoffe und Gasvergiftungen – Wie schützen wir uns gegen chemische Kampfstoffe?, München 1937

 

 

Literatur:

 

Beer, Wilfried, Kriegsalltag an der Heimatfront – Alliierter Luftkrieg und deutsche Gegenmaßnahmen zur Abwehr und Schadensbegrenzung, dargestellt für den Raum Münster, Münster 1988

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. November 1998

 

Gellermann, Günther W., Der Krieg, der nicht stattfand, Koblenz 1986

 

General Anzeiger Bonn vom 14.11.1998

 

Gutzmer, Karl (Hg.), Chronik der Stadt Bonn, Dortmund 1988

 

Haas, Rainer, Dossier chemische Forschung – chemische Kriegsführung, Marburg

(Internet: http://www.freeyellow.com/members6/haasr/v7.html)

 

Irving, David, Göring, München 1987

 

Michaelis, Herbert, Der Zweite Weltkrieg, in: Just, Leo (Hg.), Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. IV.2, Konstanz 1965

 

Vogt, Helmut (Hg.), Bonn im Bombenkrieg, Bonn 1994



[1] Irving, David, Göring, München 1987, S. 445

[2] Vgl. Beer, Wilfried, Kriegsalltag an der Heimatfront – Alliierter Luftkrieg und deutsche Gegenmaßnahmen zur Abwehr und Schadensbegrenzung, dargestellt für den Raum Münster, Münster 1988, S. 94

[3] halbstaatliche Organisation, der NSDAP unterstellt. Aufgaben waren in diesem Zusammenhang u.a. die Betreuung von Bombengeschädigten und Evakuierten.

[4] ebd. S. 127

[5] Heines, Edmund (Hg.), Luftschutz – Die deutsche Schicksalsfrage, Stuttgart 1934, Einleitung

[6] vgl. Beer, Wilfried, a.a.O., S. 108

[7] Bei den meisten Schutzräumen handelte es sich nicht um bombensichere Bauten, d.h. sie würden einen direkten Bombentreffer nicht überstehen können.

[8] Beer, Wilfried, a.a.O., S. 112

[9] ebd., S. 94

[10] ebd., S. 140

[11] ebd. S.156

[12] ebd., S. 180

[13] ebd. S. 157

[14] demnach sind zum Sieg über eine andere Macht die Zerschlagung der Nachschublinien und die Brechung des Kampfeswillens der Bevölkerung viel effektiver als die Vernichtung der Armee; vgl. Vogt, Helmut (Hg.), Bonn im Bombenkrieg, Bonn 1994, S. 52

[15] Rede vor dem Unterhaus, zitiert nach: Michaelis, Herbert, Der Zweite Weltkrieg, in: Just, Leo (Hg.), Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. IV.2 Abschnitt 5, Konstanz 1965, S. 120

[16] Der schwerste Luftangriff war wohl der auf Coventry, bei dem die historische Altstadt und die Kathedrale vollständig zerstört wurden.

[17] Beer, Wilfried, a.a.O., S.219; so wird auch verständlich, warum die spät zum Einsatz kommenden „Wunderwaffen“ V1 und V2 „Vergeltungswaffen genannt wurden.

[18] ebd., S. 194

[19] ebd., S. 61 ff

[20] zitiert nach Beer, Wilfried, a.a.O., S. 189; Diese Argumentation findet sich auch bei den ersten Wohnungsbauten nach dem Krieg. Aus Luftschutzgründen wiesen diese breite Straßen und weite Rasenflächen auf, dies verkaufte man dann als gesundes, helles Wohnen.

[21] Im Unterschied dazu wurden v.a. von „professionellen“ Kampfmittelspüreinheiten im Zweiten Weltkrieg Sauerstoff-Gasschutzgeräte verwendet, in denen die Einatemluft aus Sauerstofftanks kam, somit völlig von der Außenluft abgeschirmt war.

[22] vgl. Meyer, Julius, Die Grundlagen des Luftschutz, Leipzig 1942, S. 126; diese Konstruktion war im Unterschied zu den Drei-Schichten-Filtern der Wehrmachtsmodelle zwar weniger effektiv, aber dafür flacher und vor allem leichter.

[23] vgl. Prandtl, Wilhelm u.a., Gaskampfstoffe und Gasvergiftungen – Wie schützen wir uns gegen chemische Kampfstoffe?, München 1937, S. 139

[24] wegen der knappen Vorräten an Naturkautschuk handelte es sich bei diesen nur noch um Gesichtsmasken aus Buna (synthetischer Kautschuk-Ersatzstoff)

[25] vgl. Draeger-Gasschutz im Luftschutz, Lübeck 1932, S. 199

[26] Obwohl ab 1944 die Produktion drastisch gesteigert wurde, waren im 2. Weltkrieg insgesamt nur 20 Mio. Volksgasmasken für 57 Mio. Einwohner des Deutschen Reichs vorhanden.

[27] vgl. Gellermann, Günther W., Der Krieg, der nicht stattfand, Koblenz 1986, S. 196

[28] Haas, Rainer, Dossier chemische Forschung – chemische Kriegsführung, Marburg (Internet: http://www.freeyellow.com/members6/haasr/v7.html); für eine erfolgversprechende chemischen Kriegführung hätten aber noch weit größere Mengen produziert werden müssen.

[29] vgl. Gellermann, Günther W., a.a.O., S. 142

[30] vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. November 1998 und Gellermann, Günther W., a.a.O., Anhang

[31] zitiert nach Vogt, Helmut, a.a.O., S. 193

[32] ebd., S. 25f

[33] Wilhelm König vom Hotel „Königshof“ hatte Hitler 1928 die Unterkunft verweigert. Hitler wurde nur vom Rheinhotel Dreesen aufgenommen, dem er bekanntlich auch später die Treue hielt; Vogt, Helmut, a.a.O., S. 219

[34] ebd. S. 53

[35] zitiert nach Vogt, Helmut, a.a.O., S. 25

[36] ebd. S. 41

[37] ebd. S. 263

[38] ebd., S. 203

[39] ebd. S. 208

[40] ebd., S. 60ff

[41] ebd., S. 220

[42] ebd., S. 205

[43] vgl. General Anzeiger Bonn vom 14.11.1998; diese öffentlichen Begräbnisse, von der NSDAP durchgeführt, waren ein weiteres Propagandamittel mit dem die Bevölkerung gegen den Feind solidarisiert werden sollte.

[44] Vogt, Helmut, a.a.O., S. 167

[45] ebd., S. 44ff

[46] vgl. General-Anzeiger Bonn vom 14.11.1998