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Englisches Seminar der Universität Bonn

 

 

 

War Portraits

Generäle und Soldaten in “Shiloh”

 

 

Hausarbeit zum Proseminar “A House Divided – The Civil War in American Culture” im Wintersemester 1998/99

 

 

vorgelegt von:

Matthias Fuchs

3. Fachsemester Amerikanistik

Reuterstraße 101

53113 Bonn

 

 

1.      Einleitung

 

Shelby Foote stellt in seinem Roman Shiloh die gleichnamige Schlacht des Amerikanischen Bürgerkriegs aus der Sicht von sechs verschiedenen fiktiven Figuren dar. Foote wählte Charaktere unterschiedlichen militärischen Ranges und unterschiedlicher Persönlichkeit aus, um eine möglichst vielschichtige Beschreibung der Ereignisse zu ermöglichen. Der Roman orientiert sich hierbei stark am historisch belegten Hergang der Schlacht, der Leser erlebt den Ablauf und die kommandierenden Generäle aus der Sicht einer oder mehrerer Hauptfiguren. In der vorliegenden Arbeit sollen diese sechs Hauptfiguren hinsichtlich ihrer Erzählperspektive und ihrer Charakterisierung untersucht werden. Außerdem soll darauf eingegangen werden, welcher Effekt durch die Darstellung authentischer Ereignisse aus der Sicht fiktiver Figuren erzielt werden kann. Desweiteren werden die wichtigsten im Roman auftretenden Generäle vorgestellt, auch hinsichtlich ihrer Wahrnehmung durch die Hauptfiguren.

 

 

2.      Portraits der Soldaten in Shiloh

 

2.1  Allgemeine Betrachtungen zur Personifikation historischer Fakten

 

In ihrer Abhandlung über die Tradition des historischen Romans in England und Amerika stellt Ina Schabert fest, daß der historische Roman unpersönliches Dokumentenmaterial in lebendige Zeitschilderung überträgt.[1] Eine rein historische Darstellung der Schlacht von Shiloh würde im vorliegenden Fall die Ereignisse und vor allem den gesamten Kontext, in dem sie geschehen, nur unzureichend wiedergeben. Um das Interesse einer breiteren Leserschaft zu wecken, und um das angesprochene komplette Bild der Ereignisse zu vermitteln, muß ein historisches Thema anders aufbereitet werden, das historiographische Skelett der Fakten muß mit menschlichem Leben gefüllt werden.[2] Durch Mittel der Fiktion können viele neue Aspekte erschlossen werden: private Motive, soziologische Tiefendimensionen, unkontrollierbare Spannungen.[3] Foote stellt also den Ablauf der Schlacht von Shiloh aus der Sicht verschiedener fiktiver Charaktere dar. Der Leser erhält Identifikationsfiguren, mit denen zusammen er die geschichtlich belegten  Geschehnisse der Schlacht „hautnah“ erleben kann, deren Angst, Ehrgeiz und Idealismus er teilt und somit ein intensiveres, reichhaltigeres Panorama der Schlacht selbst und des gesamten damaligen Lebensraums gewinnt, als ihm dies eine faktenorientierte Darstellung vermitteln könnte. Zwar sind die Hauptfiguren und ihre Biographien fiktiv, doch wählt Foote sorgfältig exemplarische Charaktere aus, deren Lebensweg und deren Ideen sie repräsentativ für bestimmte Motive (z.B. die Angst des unerfahrenen Soldaten vor der Monstrosität des Kriegs) und für allgemeine Strömungen stehen lassen. Zwar orientiert sich Foote sehr eng an den geschichtlich gesicherten Erkenntnissen, doch erreicht der Roman durch das Auftreten erfundener Figuren als Erzähler eine gänzlich neue Qualität.[4]

Auch deren unterschiedliche soziale Stellung und Erzählperspektive (auf die im Folgenden eingegangen wird) tragen zu diesem vielschichtigen Bild bei.

Durch die Aufteilung der Geschehnisse der gesamten Schlacht in überschaubare, personenbezogene Erlebnisfragmente und den steten Wechsel zwischen Nordstaaten- und Südstaatenperspektive wird darüber hinaus eine durchdachte, geordnete und ausgewogene Geschichtsdarstellung erreicht; eine rein historische Darstellung liefe Gefahr, den „normalen“ Leser durch eine unübersichtliche Aneinanderreihung von Fakten zu überfluten.

 

2.2  Lieutenant Palmer Metcalfe, Südstaaten

 

Der Charakter Palmer Metcalfe bildet insofern eine Ausnahme im Vergleich mit den anderen Protagonisten, daß ihm zwei Kapitel gewidmet sind – das erste und das letzte. Metcalfes Erlebnisse bilden eine Art Rahmenhandlung, mit ihm betritt der Leser das Schlachtfeld, mit ihm verläßt er es wieder.

Durch seine Augen beschreibt Shelby Foote zu Beginn den sorgfältig recherchierten Hintergrund der Schlacht: Wetter, Landschaft, Farben werden detailliert beschrieben („silver on the bright green of grass and leaves and golden on the puddles in the road“, „Fruit trees [...] were sheathed with bloom, white and pink“[5]). Ein lebhaftes Hintergrundbild wird so vermittelt, unnötig in einer historiographischen Darstellung, für einen Roman wie diesen jedoch unerläßlich, um als Leser vor dem geistigen Auge den Hintergrund der Handlung entstehen lassen zu können. So gibt auch Metcalfes Beschreibung des Armeezugs als „enormous snake“[6] , eine Metapher, die man in einer historischen Darstellung der Schlacht vergeblich suchen würde, dem Leser einen deutlichen Eindruck vom Geschehen. Metcalfe schildert das Treffen der Kommandeure der Konföderierten Armee (Beauregard, Johnston, Bragg und Polk), welches sich in dieser Form tatsächlich zugetragen hat. Auch die Äußerungen der Generäle sind authentisch, das beschriebene Ereignis ist eines von vielen, die den engen historischen Rahmen markieren, dem die Handlung des Romans folgt. Um jedoch die Lücken zwischen diesen und anderen überlieferten Ereignissen zu füllen, werden in ihrem Zusammenhang fiktionale Ereignisse hinzugefügt. So zum Beispiel Metcalfes Reaktion auf die soeben vernommenen Informationen: „I suddenly felt tired all over“[7] Den historischen Fakten wird eine fiktive Reaktion einer fiktiven Person gegenübergestellt. Dies hat den Effekt, daß die Ereignisse schlüssiger werden, sie stehen nicht isoliert, sondern sind in einen Kontext eingebettet: Die Reaktionen der Soldaten auf die Befehle ihrer Kommandeure lassen die ganze Situation lebendiger, realer erscheinen, es wird den historischen Fakten noch eine neue Dimension hinzugefügt. Auch erleichtert Metcalfes Ausdruck seiner eigenen Emotionen dem Leser die Identifikation mit ihm, man kann mit ihm fühlen, versteht sein Bedürfnis, nach monatelangem Umherziehen mit der Armee endlich ein Ziel vor Augen haben zu wollen.

Metcalfe wird als ehrgeiziger, patriotischer junger Mann porträtiert. Die einzige Beschreibung seines äußeren Auftretens erhalten wir von Luther Dade: „a little blond-headed lieutenant [...] who would go all red in the face when the men guyed him back on the march. [...] He had on a natty uniform [...] I bet his ma would have a fit if she could see him now.“[8] Er ist ein adretter Offizier, der sich an seinen Schlachtplänen erfreut, deren Logik und Klarheit ihm den Eindruck geben, daß er mit seiner Arbeit zu einem wahren Meisterwerk beitrüge. Er erläutert im ersten Kapitel detailliert die genauen Pläne der Konföderierten. Foote nutzt ihn, um dem Leser einen taktischen Überblick zu geben. Metcalfe hat, das wird hier sehr deutlich, den vollen Überblick über die Vorgänge, zumindest in der Theorie. Dies unterscheidet ihn von Dade oder Flickner, dazu aber später mehr. Metcalfe, in seiner naiven Begeisterung für die ‚napoleonischen‘ Pläne, stellt sogar fest: „It did occur to me, even then, that all battle orders did this – they would all result in victory if they were followed.“[9] 

Seine Phantasien von einer „Abrechnung“ mit Sherman, den er zwingen will, zuzugeben, daß der Süden doch den Krieg gewinnen kann, zeigen Metcalfe als ehrgeizigen Patrioten, der sich Sherman und sich selbst beweisen will. Auch wird seine begrenzte, nichtauktoriale Perspektive deutlich, da er an einen Sieg der Konföderierten glaubt und sich den rationalen Überlegungen Shermans verschließt. Foote nutzt diese retrospektiven Ereignisse auch dazu, der Figur Metcalfe mehr Tiefe, eine richtige Vergangenheit zu verleihen. Darüber hinaus kann er eine Anekdote über Sherman zur Auflockerung in die Handlung einflechten, indem er sie als persönliche Erinnerung deklariert. Ein Stilmittel, welches noch mehrfach in Shiloh auftritt.

Wie so viele scheint Metcalfe im Verlauf der Schlacht eine Veränderung durchgemacht zu haben. Im siebten Kapitel sehen wir ihn als einen anderen Menschen: Sein Idol Albert S. Johnston ist tot, mit diesem scheint auch seine Naivität gestorben zu sein. Wieder hören wir aus seinem Mund historisch Überliefertes über den Tod Johnstons, der sterben mußte, weil er seinen eigenen Leibarzt zur Versorgung verwundeter Unionssoldaten geschickt hatte. Diese Tragik läßt Metcalfe an seinen Vater denken, der glaubte, der Süden trüge schon die Saat des Untergangs in sich: „We were sick from an old malady, he said: incurable romanticism and misplaced chivalry“[10] Metcalfe verliert seine patriotische Zuversicht, die ihn antrieb, die Auseinandersetzung mit Sherman zu suchen (vielleicht meinte er auch seinen Vater, der ebenfalls nicht an den Sieg des Südens glauben wollte).

Er ist versprengt, „unattached“, und mußte erkennen, daß die Schlacht, die sich auf dem Kartentisch so logisch planen ließ, in der Realität völlig außer Kontrolle geraten ist. Er sieht die grausigen Züge der Verwundeten, die nun nicht mehr eine „enormous snake“ sondern nur noch eine „crippled snake“[11] darstellen. Ihm wird klar, daß sein eigener Plan mitverantwortlich für das Chaos ist, das er beobachtet. Der gebildete Metcalfe, mit Idolen wie Shakespeare und Napoleon, der glaubte, er habe den Überblick über den Lauf der Dinge, erkennt nun, daß auch seine Sichtweise begrenzt war.

Er hat sich Forrests Kavallerie angeschlossen, einem ‚wilden Haufen‘, in dem der als so adrett beschriebene Metcalfe reichlich deplaziert erscheint. Aber gerade in Forrest findet der eben noch seiner Illusionen beraubte Metcalfe ein neues Vorbild, eine neue Hoffnung. Mitreißend beschreibt er den Verlauf des Scharmützels bei den „Fallen Timbers“ – ein unübersichtlicher Kampf im Unterholz, ihm als traditionellem Strategen zuwider: „what a mean, ugly place it would be to fight in.“[12] Forrest jedoch erscheint ihm beim folgenden Kampf als Held, atemlos beschreibt er seine waghalsigen Aktionen (auch dies erlebt der Leser aus der Perspektive eines „Augenzeugen“ eindringlicher als etwa von Seiten eines unbeteiligten Historikers). Am Ende der Schlacht hat er die Antwort auf Shermans ihn quälende Aussagen gefunden. Er kommt zu dem Schluß: „The army that had Forrest – and would use him – could afford to put its trust in something beside mechanical aptitude or numbers.“ [13] Metcalfe hat seine Sinnkrise überwunden, hat neue Hoffnung, eine neue Illusion gefunden: „I said goodbye to staff work, the placing of words on paper where they looked good and played you false, and determined that when I got back to Corinth I would get myself another horse and enlist under Forrest“[14] Foote zeigt durch Metcalfes Beispiel die Begeisterung, die Forrest hervorrief und gleichzeitig Metcalfes begrenzte Perspektive, die ihn glauben läßt, der Krieg sei noch zu gewinnen (hier ist auch gut der Unterschied zwischen The Civil War: A Narrative und Shiloh zu sehen: In der Schilderung der Schlacht im erstgenannten Werk enthält sich der auktoriale Erzähler Foote solcher Wertungen). Durch die fiktive Person des Palmer Metcalfe und seine Begeisterung für Forrest bekommt der Leser einen Einblick in die Denkweise und die Motivation der Menschen, die im Bürgerkrieg kämpften. So heißt es auch bei Ina Schabert: „Where but in fiction can be found reasonable explanation for the willingness of millions to come to war“.[15]

 

 

 

 

2.3  Captain Walter Fountain, Nordstaaten

 

Der Charakter Walter Fountain erscheint gleich zu Beginn sehr sympathisch: Er schreibt einen emotionalen Brief an seine Frau, drückt aus, wie sehr er sie vermißt. Auch steht er dem Krieg eher kritisch gegenüber: „Our division was out front – the position of honor; they called it that to make us feel good, probably; certainly there was small honor involved“[16] Der Leser kann sich daher schnell und nachhaltig mit diesem Menschen ‚aus Fleisch und Blut‘ identifizieren. Einen verstörenden Eindruck hinterläßt dann allerdings sein abrupter Tod, von dem man erst zwei Kaptel später erfährt. Gerade der Tod des Ich-Erzählers (ein ungewöhnliches erzählerisches Mittel, welches in Kapitel sechs noch verstärkter zur Anwendung kommt), der sympathischen Identifikationsfigur, hinterläßt beim Leser Verstörung, zeigt besser als abstrakte Zahlen über tausende Gefallene die Sinnlosigkeit des Krieges.

Fountain hat auch einige charakterliche Defizite, so zum Beispiel seine starke Unsicherheit, die deutlich wird, als er das Tragen einer Panzerweste ablehnt, um nicht als feige abgestempelt zu werden. Er erscheint darüber hinaus etwas weinerlich, als er seine Auseinandersetzung mit Colonel Appler beschreibt („..adding to the crowning indignity“[17], etc.) Doch diese Fehler machen den Charakter eher noch glaubhafter, seine Streitereien mit dem Colonel lassen den Leser auch einen Einblick in das nicht spannungsfreie Armeeleben gewinnen. Interessant ist auch, das Entstehen eines der typischen ‚Feldpostbriefe‘ mitzuerleben, die als großer Zahl vorhandene Quellen des Bürgerkriegs vom Historiker ja nur isoliert von der Situation, in der sie geschrieben wurden, gesehen werden.

Wie Metcalfe ist Fountain ein gebildeter Mensch (er schreibt), er bekleidet von allen fiktiven Charakteren den höchsten militärischen Rang, er beschreibt detailliert die taktische Lage der Unionsarmee, er hat, wie es scheint, einen ziemlich guten Überblick. Wie begrenzt seine Perspektive ist, erkennt man, als er immer wieder die Fehlalarme Colonel Applers kritisiert, ohne zu ahnen, daß sich wirklich die Konföderierte Armee auf das Lager zubewegt. Ironischerweise hat Colonel Appler also recht, und gerade als Fountain das Campleben rund um die Kapelle von Shiloh (dem ‚Ort des Friedens‘) beschreibt, die singenden Vögel, die Köche die gerade aufstehen, bricht in diese idyllische Normalität der Krieg mit aller Gewalt ein. Fountain wird von dem Angriff völlig überrascht, genau wie der Leser, der ja auch nur dessen begrenzte Perspektive zur Verfügung hat.

 

2.4  Private Luther Dade, Südestaaten

 

Luther Dade ist das Paradebeispiel, möchte man die Erzählperspektive der Figuren untersuchen. Er hat kaum einen Überblick, was eigentlich um ihn herum geschieht, ist dermaßen in seinem Dasein als einfacher Soldat gefangen, daß viele seiner Erlebnisse eines gemein haben: Dade kann nichts sehen. „When I woke up there was only the blackness“[18], „I still was trying to see whatever it was out front that the artillery was shooting at“[19] Im Gegensatz zu Metcalfe[20] hat er kein taktisches Koordinatensystem im Hinterkopf, er versteht die Situation erst, als sie ihm mit einem Stock in die Erde gemalt wird, und der Plan des Tages heißt für ihn einfach: „attack them with their backs to the river“[21]. Dade wundert sich über das Gerede über „‘The sun of oyster itch‘“[22], wo doch ‚Austerlitz‘ in Anlehnung an Napoleon gemeint ist.  Er hat also eine sehr begrenzte Perspektive (er erkennt selbst General Beauregard nicht), was nicht weiter verwundert, bedenkt man seine einfache Herkunft und seinen engen Lebenshorizont: „Here I was, away up in Tennessee, further from Ithaca and Jordan County than I’d ever been in all my life before.“[23]

Dade hat eine naive Vorstellung vom Krieg, will seinen Eltern ein „Yankee-sword“ als Souvenir mitbringen. Er hofft auf eine ruhmreiche Schlacht mit blitzenden Säbeln und paradierenden Soldaten, ganz nach den romantischen Bildern, die man ihm in den Kopf gepflanzt hat: „This is going to be what they promised us, I said to myself. This is going to be the charge.“[24] Dade ist einer der vielen unerfahrenen Soldaten, er macht vor Schreck einen Satz zur Seite, als die Kanonen neben ihm zu feuern beginnen. Wieder einmal nutzt Foote seine Figuren exemplarisch für historische Tatsachen: In der Schlacht von Shiloh kämpften besonders viele frisch rekrutierte Soldaten, einige von ihnen ohne jemals gelernt zu haben, ihr Gewehr zu laden.[25]

Anders als Metcalfe mit seinen ‚genialen‘ Plänen wird Dade mit der grausamen Realität konfrontiert, mit dem „Elefanten“, wie die Veteranen den Krieg nennen. Eine treffende Metapher, beschreibt sie doch die Verlorenheit des Einzelnen vor dem unkontrollierbaren Monster, als das sich ihm der Krieg darbietet. „Lord to God, they´re shooting; they´re shooting at me!“[26] ruft er, als ihm wirklich klar wird, in welcher Situation er sich befindet. Geschickt zeigt Foote dem Leser die nun folgenden Ereignisse aus der Sicht des verängstigten, orientierungslosen Dade. Die grausamen Ereignisse wirken um so stärker aus seiner Perspektive, dadurch wird die Monstrosität des Kriegs dem Leser erst wirklich bewußt. So kann man die schreckliche Angst, die von Dade Besitz ergreift, gut nachvollziehen: „That was the first time I really knew how scared I was.“[27] Dade erlebt von jetzt an einen unwirklichen Alptraum, der nichts mit den Heldentaten seiner diffusen Phantasien zu tun hat. Wie ein Tier sucht er sein Heil in der Bewegung, um nicht die schrecklichen, unwirklichen Geschehnisse um ihn herum wahrnehmen zu müssen. Er nimmt den Leser mit in eine Welt des Wahnsinns, in der ihm die Feinde wie Krähen erscheinen, und in der ein toter Mann nicht aufhört, zu laufen: „But it seemed so wrong, so scandalous, somehow so unreligious for a dead man to have to keep on fighting [...] that it made me sick at my stomach.“[28] Solcher Horror läßt ihn nur hilflos vermerken: „But it wasn´t the way they said. It wasn´t that way at all.“[29] Dade ist verwirrt, er nimmt mit übermäßig geschärften Sinnen die unwichtigsten Details wahr, ihn beschäftigt zum Beispiel die Frage, warum ein feindlicher Soldat wohl ein wollenes Unterhemd im Frühjahr trägt. Ohne es wirklich zu wollen, tötet er diesen Soldaten, rammt ihm sein Bajonett in den Kiefer.

Die Schrecken des Krieges hinterlassen ihre Spuren auf seiner Seele. Dade erkennt: „We´d aged a lifetime since the sun came up.“[30] Dade hat eine Entwicklung durchgemacht, und hier zeigen sich auch Parallelen zu The Red Badge of Courage. Wie der Protagonist in diesem Roman ist Dade im Krieg erwachsen geworden, hat eine Art Initiationsritual durchgemacht. Dies wird in Shiloh weniger deutlich ausgeführt, läßt sich aber an Dades folgender Äußerung über einen Kameraden festmachen: „He had lorded it over me for a month about being a greenhorn, yet here I was, just gone through meeting as big an elephant as any he had met“[31]

Und doch geht Dade nicht als der zuversichtliche ‚neue‘ Mensch aus der Schlacht hervor wie der „young soldier“ aus Red Badge of Courage. Er ist stattdessen seiner Illusionen beraubt worden, er hat mehr vom Krieg gesehen, als er vertragen konnte, und als er am Ende noch den Tod General Johnstons miterlebt, als er einen seinen Helden sterben sieht, versetzt dies auch seinem Weltbild den Todesstoß.

Im letzten Kapitel trifft der Leser ihn wieder, und Metcalfe beschreibt ihn als einen erbarmungswürdigen Verwundeten „like the boy in the tale who aged suddenly because of some unspeakable overnight experience in a haunted house.“[32] Von der Tatsache, daß sein Arm amputiert wurde hat Dade selbst, wie es scheint, überhaupt nichts mitbekommen, so entrückt ist er dieser Welt. Als Metcalfe ihm von der Niederlage der Konföderierten berichtet, ist die Desillusionierung komplett: „He sort of shrank back into himself“[33]

 

2.5  Private Otto Flickner, Nordstaaten

 

Auch bei Otto Flickner führt uns Foote den Kampfablauf aus der Sicht eines unerfahrenen, jungen Soldaten vor Augen. Anders als Dade hat Flickner als Artillerist mehr Distanz zum eigentlichen Kampfgeschehen, trotzdem ist der Krieg, mit dem er konfrontiert wird, mehr, als er zu ertragen vermag.

Wie Dade ist Flickner ein einfacher Mann, erkennbar an seiner Bewunderung für den Sergeant, der die Namen aller Sterne kennt. Auch er ging mit idealisierten Vorstellungen in den Krieg und erkennt beim ersten Angriff die wahre Realität des Kriegs: „I thought it would be the same as on parade, long lines of men marching with their flags spanking the wind [...] and us standing at our posts the was in gun drill, mowing them down. But they didn´t come like that.“[34] Die Figur Otto Flickner ist im Roman Teil der Division von General Prentiss, die den Vormarsch der Konföderierten im „Hornet´s Nest“ entscheidend verlangsamt hatte, wodurch der Leser diese bekannte Episode der Schlacht von Shiloh unmittelbar miterleben kann. Der Leser begegnet Flickner am Tennessee-River, wo dieser sich mit tausenden anderen Soldaten aufhält, die wie er aus der Schlacht geflohen sind.[35] Flickner will sich nicht eingestehen, daß er aus Angst geflohen ist, er klammert sich an einen Euphemismus, den er von seinem Sergeant aufgeschnappt hat: Soldaten, die weglaufen, seien nicht unbedingt Feiglinge, sie seien nur demoralisiert, weil sie ihr Selbstvertrauen verloren hätten. Die Männer fühlen sich in der Masse wieder stärker, kaum jemand will zugeben, daß er Angst hatte. Foote nutzt Flickner, um die Emotionen der „Feiglinge“ unten am Ufer wiederzugeben, dieser Konflikt zwischen den heroischen Idealen und dem eigenen Selbsterhaltungstrieb, die Weigerung, seine Angst sich und anderen einzugestehen, die zu einer unsicheren, aufgeladenen Stimmung führt.

Der Leser trifft Bango, den Regimentshund, wieder und erfährt, welches grausige Schicksal Captain Fountain ereilt hat („There wasn´t much left of him“[36]). Dies ist ein weiteres Beispiel für die Shiloh häufig auftretende Verflechtung der Schicksalsstränge. Wahrscheinlich will Foote durch diese Kohäsion der Schicksale dem Leser den Eindruck vermitteln, daß er durch den Roman ein wirklich umfassendes Bild der Geschehnisse erhält. Der Leser erhält zudem ein klareres Bild des komplexen Schlachtablaufs, da er auf Schritt und Tritt „alten Bekannten“ begegnet.

Rückschauend beschreibt Flickner, wie sein Regiment die Angriffe zurückschlägt, und doch immer weiter zurückgedrängt wird, so daß ihm all seine Anstrengungen völlig sinnlos erscheinen. Psychologisch aufschlußreich zeigt er, wie sein Kampfeswille wegen dieser Zermürbung verlöscht: „it seemed like all the spark went out of me. [...] I was proud of the way we´d held them – I think that did it more than anything: to think you´d done so well and then to be told it was all for nothing.“[37] Flickner flieht, genau wie der „young soldier“ in The Red Badge of Courage. Anders als dieser läßt er die Ereignisse als es Abend wird noch einmal Revue passieren und gesteht sich am Ende doch ein, daß er Angst hatte: „I wasn´t demoralized back there at the sunken road: [...] I was just plain scared, as scared as a man can be, and that was why I walked away from the fight.“[38] Flickner glaubt jedoch, nicht mit diesem ‚Makel‘ leben zu können und beschließt deshalb, wieder zu seinem Regiment zurückzukehren. Orientierungslos irrt er durch den Regen und die Dunkelheit (analog zu Dade hat auch er keinen „Überblick“) und begegnet General Grant. Bald darauf findet er die Reste seines Regiments bei den „Siege guns“ wieder, die alle 15 Minuten in die Reihen de Konföderierten feuern. Er trifft seinen Lieutenant, gesteht ihm seine Angst ein (obwohl ihm dabei sichtlich unwohl zumute ist) und erfährt sozusagen seine „Läuterung“. Im Endeffekt hat auch er eine gewisse ‚Entwicklung‘ durch seine Erlebnisse durchgemacht.

 

2.6  Sergeant Jefferson Polly, Südstaaten

 

Wo der Leser bei Flickner und Dade die Schlacht von Shiloh aus der Perspektive des unerfahrenen Rekruten miterlebt, präsentiert Foote nun mit Sergeant Polly einen gänzlich anderen Charakter. Polly ist ein Abenteurer, der ein bewegtes Leben gelebt hat, von dem er rückblickend erzählt. Er war Seemann, Fleischhändler, Türsteher, Kartenspieler, etc.: „I tried everything I could imagine.“[39] Anders als Dade hat er die Welt gesehen, anders als Dade hat er bereits im Kampf seinen Mann gestanden. Er gehört zum Kavallerieregiment von Nathan Bedford Forrest, der schon zu dieser Zeit eine lebende Legende ist, und ist mit ihm schon durch ‚dick und dünn‘ gegangen. Polly hat keine Angst, hat sogar Spaß an seiner gefährlichen Aufgabe: „I was a scout by then, operating out beyond the rim of the army and dropping back from time to time to report. I liked that work.“[40]

Am Anfang des Kapitels befindet sich Polly hinter den feindlichen Linien und beobachtet die Verstärkungen der Unionsarmee, die in der Nacht an Land gehen. Im Gegensatz zu Dade sieht er die Dinge aus einer ‚höheren‘ Perspektive, er ist ein Spion, hat den Überblick, er kann sogar, wie wir später erfahren, die Zahl der Soldaten größerer Truppenkonzentrationen zuverlässig abschätzen. Wo Flickner nur eine Masse von Menschen sieht, sieht er genau 8000. Obwohl er im „Hornet´s Nest“ auch gegen tapfere Nordstaatler gekämpft hat, zeigt er für die Flüchtlinge am Flußufer nur Verachtung: „I´d have said the war couldn´t last another week, not with men like those wearing the uniform. I felt almost ashamed for them“[41] Als Polly den Angriff beim „Peach orchard“ beschreibt, fällt auf, daß er die Kanonenkugeln, mit denen er beschossen wird, sehen kann und ihnen ausweichen kann – Flickner steht in einer ähnlichen Situation hilflos und ängstlich da, er kann die Angreifer nicht ausmachen. Doch auch Pollys Perspektive hat ihre Grenzen, glaubte er doch, daß seine Kavallerieeinsätze die Schlacht mitentscheiden würden, zu Unrecht, wie er später selbst eingesteht.[42]

Interessant ist das Zusammentreffen zwischen Polly und Dade, zwei so unterschiedlichen Figuren. Zum einen wird dem Leser durch die Beschreibung des miserabel aussehenden, verwundet schwankenden Dade durch einen außenstehenden Beobachter eine völlig neue Perspektive eröffnet, da man sich auf Dades objektiven Zustand bisher kaum einen Reim machen konnte, weil man alles aus seiner eigenen Sicht wahrnahm. Zum anderen wird noch einmal der Unterschied zwischen dem mutigen Veteranen Polly und Dade deutlich, da er von Polly eher mitleidig beschrieben wird: „...as if he´d seen things no boy ought to see“.[43]

Mit Polly bekommt der Leser somit im Gegensatz zu den Anti-Helden Dade und Flickner einen eher klassischen Helden präsentiert, der hier stellvertretend für den klischeehaften Typus des unerschrockenen Kavallerieoffiziers steht. Flickner und Dade erleben in Shiloh den „Elefanten“, den sie ihr Lebtag nicht vergessen werden, für Polly ist es eher ein großes Abenteuer, eine Bewährungsprobe für wahre Männer: „We were feeling mighty proud of ourselves.“[44]

 

2.7  Squad, Nordstaaten

 

Möglichst kurz soll hier noch auf die zwölf Mitglieder der „Squad“ des 23. Indiana-Regiments eingegangen werden, da Foote innerhalb eines Kapitels den ständigen Perspektivenwechsel komprimiert auf die Spitze treibt. Gleichzeitig wird ein Einblick in den Mikrokosmos menschlicher Beziehungen in einer Armeekompanie ermöglicht, in der jeder eine bestimmte Rolle zu übernehmen scheint.

Gleich zu Beginn läßt Foote den ersten Soldaten, Robert Winter, geradezu ein Spiel mit dem Leser treiben, da dieser der Ansicht ist, daß ein Buch über den Krieg das wiedergeben sollte, was die Menschen selbst erleben, und keine auktoriale Perspektive verwenden sollte: „...books about war were written to be read by God Amighty [sic], because no one but god ever saw it that way. A book about war, to be read by men, ought to tell what each of the twelve of us saw in our own little corner. Then it would be the way it was – not to god but to us.“[45] Damit gibt er genau Footes Intention für das folgende Kapitel und den gesamten Roman wieder. Diese Überlegungen kennzeichnen Winter auch als den ‚Philosophen‘ der Truppe.

Soldat Nummer zwei, Sergeant Bonner, beschreibt in seiner Funktion als Offizier die Umgebung und die militärischen Aspekte der Situation recht genau, bleibt als Charakter aber recht farblos.

Klein, die nächste Figur, gibt dem Leser dagegen einen besseren Eindruck von Bonner, der in der Kompanie nicht sehr beliebt scheint: I never knew a man so eager, so conscious of his stripes.“[46] Er selbst scheint kampferfahren. („It was nothing new to us. But it was no fun either.“[47])

Der nächste in der Runde ist Diffenbuch, von Klein als eher zurückgezogen charakterisiert. Diffenbuch jedoch sieht die Sinnlosigkeit des Kriegs, wird von dem Schlachten vor seinen Augen abgestoßen: „Lavery said, ‚Wasn´t that pretty, Diff?‘ I didn´t see anything pretty about it, God forgive him.“[48]

Nummer fünf, wahrscheinlich Holliday, beschreibt die ärmliche Erscheinung der Konföderierten Gefangenen. Auch hier bekommt der Leser wieder ein historisches Faktum aus der Sich eines Individuums präsentiert. Hollidays begrenzte Perspektive zeigt sich in der Tatsache, daß er über die Strategie der Rebellen nur spekulieren kann.

Der Anführer der Squad, Corporal Blake, gibt einen kurzen Überblick über die bisherigen Ereignisse aus der Sicht der Squad. Darüber hinaus beschreibt Blake den Konflikt Bonner – Klein und das allgemein schlechte Klima in der Kompanie und seinen Haß auf die Armee: „We hated the army; we hated the war (except when we were actually fighting it; then you don´t have time) – and we took it out on each other.“[49] Hier wird recht deutlich das Klischee widerlegt, daß eine Gruppe von Männern, die gemeinsam unter Feuer stehen, eine verschworene Gemeinschaft bilden, in der jeder für den anderen sein Leben geben würde – nein, der enorme Druck verstärkt die Konflikte nur noch. Blake erläutert auch die historische Tatsache, daß Wallace Division (zu der die Squad gehört) zunächst den falschen Weg zum Schlachtfeld nahm und daher am ersten Tag nicht mehr in den Kampf eingreifen konnte.[50]

Joyner ist die nächste Figur. Er war von Klein als ‚Spaßvogel‘ der Kompanie tituliert worden. Er beschreibt nun, wie Diffenbuch getötet wird. Dies ist ein sehr verstörendes Erlebnis für den Leser, hat er doch kurz zuvor die Ereignisse noch aus der Sicht von Diffenbuch erlebt, sich mit ihm identifiziert.

Grissom, der nächste in der Reihe, berichtet vom Tod Pettigrews, der als nächster auftritt, im Sterbenskampf aber nur die Worte „Tell my wife -“[51] von sich gibt. Drei Worte, die dem Leser trotzdem den tragischen Hintergrund einer in diesem Moment zerstörten Familie vor Augen führen.

Nummer zehn, Lavory, präsentiert sich als nicht sehr sympathische Identifikationsfigur, als seine menschenverachtende Einstellung anhand der Massengräber für die gefallenen Feinde deutlich wird. Auch zeigt er einen tiefen Haß auf die Rebellen: „rebels generally rotted faster than our men. They turned blacker, too. [...] maybe it was just the meanness in them.“[52]

Der nächste Soldat, Amory, sieht dies völlig anders, er verabscheut das anonyme Massenbegräbnis: „When a man gives his life for his country he wants to get the worth of it“[53]

Der letzte in der Reihe, Pope, zieht ein Resümee: Winter und Pettigrew sind tot, und ihr Tod hatte keinen Sinn: „What did those two die for? [...] Nothing. It was like a voice in the night: They died for nothing.“[54] Er versucht den Sinn des Kriegs zu erfassen, erkennt, daß die Konföderierten es in dieser Beziehung viel leichter haben, da sie für und nicht gegen etwas kämpfen. Er versucht Blakes Erklärung zu verstehen, worum es bei diesem Krieg geht, aber steht am Ende doch nur fassungslos vor dem Tod seiner Kameraden.

In diesem Kapitel zeichnet Foote nicht nur ein plastisches Portrait einer Einheit, mit ihren Konflikten und den verschiedenen Persönlichkeiten, er zeigt auch wie schnell und überraschend der Tod von Soldaten erfolgt, aus deren Augen der Leser eben noch die Szenerie erlebt hat. Die Kraft der Fiktion kann hier ein eindringliches Bild des Krieges zeichnen, der Leser kann wirklich verstehen wie Soldaten den Tod ihrer Kameraden miterlebten, und steht am Ende genauso verstört da wie der letzte der Soldaten, der den Sinn des Ganzen zu verstehen versucht.

 

 

3.      Portraits der Generäle in Shiloh

 

Ina Schabert unterscheidet zwischen drei Typen des historischen Romans: 1. Die Fiktionalisierung historischer Abläufe, 2. Die fiktive Handlung im historischen Raum und 3. Der reflektive historische Roman als Geschichtsrevision.[55] Shiloh ist hierbei eindeutig der ersten Gruppe zuzuordnen, orientiert sich die Handlung doch sehr stark an den historischen Fakten. Um dem Roman mehr Tiefe zu geben, das Geschehen und bestimmte überlieferte Meinungen begreifbarer zu machen, setzt Foote mit seinen fiktiven Figuren dort ein, wo die Geschichtsschreibung aufhört. Nie jedoch verändert er den überlieferten historischen Rahmen. In Shiloh begegnet dem Leser die Geschichte auf Schritt und Tritt, es ist unmöglich den Roman und seine Aussage losgelöst von seinem historischen Fundament zu sehen, wie etwa The Red Badge of Courage.

In Shiloh bilden die Handlungen der Generäle, deren Zeuge die fiktiven Hauptpersonen werden, die Grundpfeiler des historischen Gerüsts des Romans. „Historians tell me what men did, novelists what they thought and were.“[56] Dieser Grundsatz gilt für Shiloh nur bedingt. Zwar versucht Foote (durchaus erfolgreich), die Generäle nicht nur über ihre Handlungen und Befehle, sondern auch über ihre Ideale und ihre Persönlichkeit zu definieren, hütet sich jedoch davor, dazu nicht belegte Tatsachen heranzuziehen. Die meisten Details sind authentisch, lassen sich in Augenzeugenberichten oder in den Autobiographien verschiedener Generäle nachlesen (v.a. Grant), keine der realen Personen wurde fiktional ausgestaltet. Die Generäle werden allenfalls von verschiedenen Figuren mit unterschiedlichen, subjektiven Tendenzen beschrieben.

 

3.1  Albert S. Johnston

 

Der in Kentucky geborene Johnston verdiente sich wie viele andere spätere Generäle seine ersten Sporen im Texanischen Unabhängigkeitskrieg. Zu Beginn des Krieges wurde er weithin als der fähigste Kommandant aller Armeen angesehen – eine Erwartung, die sich in der Rückschau nicht bestätigt hat, wie Ulysses Grant in seinen Memoiren feststellt.[57] Zu Beginn der Schlacht von Shiloh kommandierte er die Konföderierte Armee.

Die erste Schilderung Johnstons vernimmt der Leser aus dem Mund von Palmer Metcalfe: „he gave at once an impression of strength and gentleness.“[58] Metcalfe verheimlicht seine Bewunderung für Johnston kaum. Hier gewinnt natürlich der subjektive Eindruck über historische Fakten an Gewicht, genau wie die kleineren Details von Johnstons Auftritt („leather creaking“[59]) wohl kaum historisch überliefert sind. Johnstons Äußerungen dagegen sind authentisch, z.B. „I would fight them if they were a million“[60] Die Tatsache, daß Metcalfes Vater angeblich ein alter Kamerad von Johnston war, gibt Metcalfe dem Leser gegenüber die Autorität, die ‚wahre‘ Biographie von Johnston plastisch darzustellen. Johnston wird gezielt charakterisiert, seine Sorge um seine sterbende Frau gibt der Figur menschliche Wärme, die Duell-Episode zeigt seine Ritterlichkeit und Traditionsgebundenheit.[61] Daß Johnston, wie alle gegnerischen Generäle, auch bei der Unionsarmee Respekt genoß, zeigt Fountain, als er ihn als „foxy Johnston“ tituliert.[62] Gerade für Luther Dade erscheint Johnston als eine Ikone, ein respektierter Führer, der seine Truppen wie kein zweiter motivieren kann. Sogar im Tod erscheint er ihm noch gutaussehend.[63] Metcalfes Beschreibung charakterisiert ihn darüber hinaus als unkonventionell und bescheiden, als er seine Truppen mit einem „tin cup“ in die Schlacht führt. Ein Mann von außergewöhnlichem Mut, der sich an der Spitze seiner Soldaten in den Kampf stürzt. Metcalfe beschreibt den Tod Johnstons, der bei dem Angriff verwundet wurde und tragischerweise seinen Arzt zur Versorgung der gegnerischen Verwundeten abkommandiert hatte. Seine Ritterlichkeit war sein Untergang. Auch hier ist auffallend, daß Foote die Umstände von Johnstons Tod bis hin zum genauen Wortlaut der Äußerungen des ihn begleitenden Gouverneurs Harris recht exakt aus den Augen Dades und Metcalfes nachzeichnet.[64]

 

3.2  Pierre T. Beauregard

 

Nach dem Tod Johnstons übernahm P.T. Beauregard das Kommando über die Südstaaten-Armee bei Shiloh.  Beauregard war im Süden nicht minder populär als Johnston, trug er doch den Titel „Hero of Sumter“[65], da er 1861 die Attacke auf Fort Sumter leitete, die erste Kampfhandlung des Bürgerkriegs. Beauregard hatte auch entscheidenden Anteil am Sieg der Konföderierten bei Bull Run, und so verwundert es nicht, daß Dade ihn als denjenigen beschreibt, wegen dem er in den Krieg gezogen ist: „It was General Beauregard, the man I´d come to fight for“[66] Die äußere Erscheinung erscheint dagegen etwas übertrieben, Dade vergleicht ihn mit einem ‚herausgeputzten Kampfhahn‘.[67] Foote läßt seine Hauptfiguren in der Regel genau solche historischen Szenen wiedergeben, die die entsprechende historische Persönlichkeit treffend charakterisieren. Beauregard spricht sich bei dem Treffen der Generäle, das Metcalfe beschreibt, gegen einen Angriff aus, weil er ihn ohne Überraschungsmoment als zu riskant ansieht. Ein realistischer, kühl abwägender, vorsichtiger Mann, der offenbar Verantwortung für seine Soldaten fühlt. Er besteht auch nicht auf einen Kampf bis zum letzten Mann, als die militärische Lage immer aussichtsloser wird, sondern ordnet, als Van Dorn mit der Verstärkung nicht eintrifft, ruhig und überlegt den Rückzug an.

 

3.3.Nathan B. Forrest

 

Ganz anders Nathan Bedford Forrest: Er ist ein ‚Heißsporn‘, der alles riskiert, aber auch meist alles gewinnt. „He got most things he went after.“[68] Foote führt Polly als Autorität bezüglich Forrests Lebensweg ein, er erzählt die ‚wahre‘ Geschichte, da Forrest schon damals mythologisiert wurde: Forrest war schon vor dem Krieg ein erfolgreicher Geschäftsmann; er war zwar nicht gerade die Verkörperung des ‚Southern Gentleman‘, war kein West-Pointer, aber kam auch nicht „barefoot“ in den Krieg, wie es die Legende will. Polly erscheint als bedingungsloser Verehrer Forrests, beschreibt bewundernd dessen beeindruckende Erscheinung, seinen Kampfeswillen („His eyes had that battle-glint in them already.“[69]) Forrest ist ein eigenwilliger Mensch, der eher seinen Instinkten als Befehlen folgt. So verläßt er mit seiner Kavallerie die Furt, die sie bewachen sollen, und greift eigenmächtig ins Kampfgeschehen ein. „I will charge under my own orders.“[70] Diese Äußerung Forrests faßt seinen Charakter gut zusammen. Der impulsive ‚Mann der Tat‘ scheitert jedoch an der Armeestruktur: Als er Truppen für einen Nachtangriff auf die Unionsarmee sammelt (die einzig richtige taktische Entscheidung), findet keiner der anderen Kommandeure den Mut, ihn ohne Befehl von oben zu unterstützen.

Während die Abenteurer Polly und Forrest hervorragend zueinander passen, steht der adrette Stratege Metcalfe Forrest zunächst skeptisch gegenüber. Metcalfe berichtet zunächst von Forrests negativen Seiten, nämlich daß er seine Männer schlage, wenn sein Temperament überschäume. Auch die Tatsache, daß er vor dem Krieg Sklavenhändler war, paßt nicht so recht zu Metcalfes Ideal vom General als Gentleman.[71] Foote setzt hier geschickt zwei Figuren ein, die Forrest unterschiedlich gegenüberstehen, um dem Leser verschiedene Informationen, sowohl positive als auch negative über Forrest zu vermitteln, wobei jede fiktive Figur die ihrem Charakter entsprechenden Informationen wiedergibt (Polly als Abenteurer, Metcalfe als Schreibtischstratege). In diesen Zusammenhang paßt die Episode von der Schlacht bei „Fallen Timbers“. Metcalfe beschreibt die vorrückenden Nordstaatler, „looking good according to the manual“[72]. Forrest aber hält sich nicht an die Handbücher und stürmt voran: „That was when Forrest gave me my first lesson in his kind of tactics...“[73] Durch seine waghalsige Dreistigkeit schafft es Forrest, die Unionssoldaten zu überrumpeln und aufzuhalten. Da wird auch Metcalfe ‚bekehrt‘, plötzlich ist er voller Bewunderung für diesen Mann, der da einem Kriegsgott gleich in die Reihen der Feinde fährt („His saber looked ten feet long“[74]) Er ist von der imposanten Erscheinung Forrests so beeindruckt, daß er sogar wieder an den Sieg des Südens glaubt. Wo für Metcalfe Johnston mit seiner verhängnisvollen Ritterlichkeit die Schwächen des Südens symbolisierte, steht Forrest für seine Stärken: Mut und Risikobereitschaft.

Kritisch anzumerken bleibt, daß Foote mit seiner Darstellung Forrests der Mythologisierung dieser Person noch Vorschub leistet. Forrests Taten allein würden schon genügen, ein beeindruckendes Bild von ihm zu vermitteln, die Verehrung durch die fiktiven Hauptpersonen, diese Taten reflektierend, verstärkt das Heldenbild Forrests noch in großem Maße. Vielleicht in einem zu großen Maße, wenn man sich in Erinnerung ruft, daß Foote sich ansonsten akribisch an historische Quellen hält. Unter Umständen spielt hier Footes Herkunft aus dem Süden eine Rolle. Gerade bei der Charakterisierung der Generäle kann man ihm möglicherweise unterstellen, daß er den historischen Stoff mit Hilfe der Mittel der Fiktion, gemäß den Bedürfnissen der Gegenwart zum Geschichtsmythos ausgestaltet.[75]

 

3.4   Ulysses S. Grant

 

Capt. Fountain kommt in diesem Fall die Rolle zu, dem Leser Grants Biographie zu präsentieren, da er angeblich aus demselben Dorf stammt wie dieser. Fountains Resümee von Grant: „at thirty-eight he was a complete failure in every sense of the word.“[76] Doch Fountain verschweigt trotz aller Kritik nicht den Aufstieg Grants von „Useless Grant“ zu „Unconditional Surrender Grant“. Im Krieg wächst er über sich hinaus, wird vom Underdog zum Helden – dieser Aufstieg eines Abgeschriebenen macht die Person Grant auch für den Leser sympathisch. Ein ungewöhnlicher Mann, des Alkoholismus verdächtigt, mit oft ungepflegtem Äußeren, und doch der einzige, der dem Norden wieder Hoffnung gab, als Generäle wie McClellan einen Fehlschlag nach dem anderen produzierten. „I can´t spare this man; he fights.“[77] sagte Lincoln über ihn. Seine Soldaten verehrten ihn: „Fighting under Grant meant winning victories.“[78] Grant wird in Shiloh nicht als der strahlende Held wie z.B. Nathan B. Forrest dargestellt. Er ist ein widersprüchlicher Mensch, liebt die Tiere so sehr, daß er niemals auf die Jagd geht, aber muß als General tausende von Menschen in den Tod schicken.

Flickner trifft Grant draußen im Regen, dieser ist vor dem Horror des Lazaretts geflohen. Eine Szene, die Grant in seinen Memoiren geschildert hat und die ihn als sensiblen Menschen zeigt. Er wirkt einsam und verloren (genau wie Flickner in diesem Moment), lehnt sich an eine große Eiche an, als solle sie ihm Kraft geben. Ein General als Mensch, als schwacher, besorgter Mensch.

Auch Sergeant Bonner zeichnet kein besonders enthisiastisches Bild von Grant, beschreibt seine zerknitterte Uniform und den sinnlosen Befehl: „It was clear that Grant was indicating the direction of the attack [...] but it seemed foolish to me, seeing we had been given our orders already.

Hier verfährt Foote anders als bei Forrest – Grant wird nicht als der Held des Bürgerkriegs, als der er im allgemeinen Geschichtsbewußtsein verankert ist, dargestellt, sondern differenzierter, als Mann mit menschlichen Fehlern und widersprüchlichem Charakter.

 

3.5  William T. Sherman

 

Abgesehen von nur kurz beschriebenen Generälen wie z.B. Halleck oder Cleburne (die nicht sehr positiv charakterisiert werden) bleibt noch William Tecumseh Sherman als eine der zentralen Figuren. Auch er stellt einen widersprüchlichen Charakter dar. Als er für die Militäroperationen in Kentucky 200.000 Soldaten forderte, stempelte ihn die Presse als verrückt ab. In den folgenden Monaten wurde das Thema von den Zeitungen immer wieder aufgegriffen, Sherman wurde infolgedessen wirklich als verrückt angesehen.[79] Und auch sein unheimliches Äußeres, welches dem Leser von Fountain beschrieben wird, legt diese Vermutung nahe: „He was red-headed, gaunt, skeleton thin, with a wild expression around his eyes“[80] Als Fountain jedoch von seiner Expedition mit Sherman berichtet, macht er deutlich, daß er ihm unrecht getan hatte. Sherman sei in Wahrheit nicht verrückt, sondern kompetent und besonnen und verlange auch nichts Unmögliches von seinen Männern.

Metcalfe zeigt Shermans beeindruckende Hellsicht, als er die bekannte Episode aus der Louisiana Military Academy wiedergibt, in der Sherman, unbeirrt vom Sezessionsjubel, dem Süden eine Niederlage im Krieg prophezeit. Doch auch Sherman ist emotional zerrissen, zwischen Nord und Süd, verzweifelt in der Aussicht auf den blutigen Bürgerkrieg („War is a terrible thing!“[81]).

William Sherman stellt sein militärisches Geschick in der Schlacht von Shiloh unter Beweis und wird später einer der erfolgreichsten Generäle der Union. Doch selbst er war fehlbar, und Foote läßt es sich nicht nehmen den Leser darauf hinzuweisen. Fountain gibt Shermans Fehleinschätzung vor der Schlacht wieder: „There is no enemy nearer than Corinth.“[82]

 

 

4.      Fazit

 

Die vorliegende Arbeit hat sich in erster Linie mit der Rolle der fiktiven Hauptfiguren in Shelby Footes Roman Shiloh auseinandergesetzt. Es wurde festgestellt, daß Foote diese Figuren als Identifikationsfiguren für den Leser nutzt, durch ihre Augen historisch belegte Tatsachen wiedergibt, und diese dadurch für den Leser erlebbar und leichter nachvollziehbar macht. Die Lücken des historischen Gerüsts füllt Foote durch die fiktiven Erlebnisse dieser Figuren auf. Dadurch wird eine lebendigere Zeitschilderung erreicht. Darüber hinaus personifizieren die von ihrer Herkunft, Stellung, Erzählperspektive und Charakter sehr unterschiedlichen Figuren gewisse allgemeine Typen und Motive des amerikanischen Bürgerkriegs (z.B. der unerfahrene Rekrut, der schreckliche Zug der Verwundeten vom Schlachtfeld, etc.).

Die Generäle, deren im Roman beschriebene authentische Handlungen gleichsam Grundpfeiler des historischen Gerüsts darstellen, um das herum der Roman ‚gebaut‘ wurde, werden von verschiedenen Perspektiven her charakterisiert, teilweise wird dadurch die mythologische Verklärung korrigiert (Grant), teilweise noch verstärkt (Forrest).

 

 

 

 

 

 

5.      Literaturangaben

 

 

Bengston, Wayne C.: William Tecumseh Sherman – a North Georgia notable,

Internet: http://ngeorgia.com/people/shermanwt.shtml

 

Boatner, Mark M: The Civil War Dictionary, New York 1959

 

Catton, Bruce: New History of the Civil War, New York 1996

 

Foote, Shelby: Shiloh, Edinburgh 1998 [1952],

 

Foote, Shelby: The Civil War - A Narrative, Volume 1: Fort Sumter to Perryville,

New York 1958

 

Grant, Ulysses S.: Memoirs, Internet:   

http://home.nycap.rr.com/history/grant2.html#Ch-25

 

McPherson, James M.: The Atlas of the Civil War, New York 1994

 

Schabert, Ina: Der historische Roman in England und Amerika, Darmstadt 1981

 

Cooney, Charles F.: Notes on the death of A.S. Johnston, Internet:

http://www.thehistorynet.com/CivilWarTimes/articles/1997/0397_text.htm

 

Wheeler, Richard: Voices of the Civil War, New York 1990



[1] Vgl. Schabert, Ina: Der historische Roman in England und Amerika, Darmstadt 1981, S. 4

[2] Schabert, Ina, S. 15

[3] ebd. S. 185

[4] Besonders fällt dies ins Auge, wenn man zum Vergleich Footes „The Civil War: A Narrative“ heranzieht, wo die Schlacht von Shiloh ebenfalls einen großen Raum einnimmt, in einer Darstellung, die zwar mit Anekdoten nicht spart, von ihrem Inhalt trotzdem aber vollständig historisch belegt ist.

[5] Foote, Shelby: Shiloh, Edinburgh 1998 [1952], S. 3

[6] Shiloh, S. 4

[7] Shiloh, S. 5

[8] Shiloh, S. 60

[9] Shiloh, S. 11

[10] Shiloh, S. 167

[11] Shiloh, S. 164

[12] Shiloh, S. 173

[13] Shiloh, S. 182

[14] Shiloh, S. 182

[15] zitiert nach: Schabert, Ina, S. 185

[16] Shiloh, S. 39

[17] Shiloh, S. 47

[18] Shiloh, S. 55

[19] Shiloh, S. 61

[20] als Metcalfe Dade begegnet sitzt Metcalfe auf einem Pferd, höher als Dade, was allein schon seine gänzlich andere Perspektive symbolisiert.

[21] Shiloh, S. 56

[22] Shiloh, S. 57

[23] Shiloh, S. 56

[24] Shiloh, S. 60

[25] Catton, Bruce: New History of the Civil War, New York 1996, Seite 342

[26] Shiloh, S. 64

[27] Shiloh, S. 65

[28] Shiloh, S. 68

[29] Shiloh, S. 69

[30] Shiloh, S. 72

[31] Shiloh, S. 72

[32] Shiloh, S. 164

[33] Shiloh, S. 185

[34] Shiloh, S. 90

[35] auch dies eine historische Tatsache; einige Quellen sprechen wirklich von bis zu 10.000 geflüchteten Soldaten auf Seiten der Nordstaaten, bei den Konföderierten, werden es wohl auch mehrere tausend gewesen sein.

[36] Siloh, S. 86

[37] Shiloh, S. 95

[38] Shiloh, S. 102

[39] Shiloh, S. 124

[40] Shiloh, S. 126

[41] Shiloh, S. 112

[42] Shiloh, S. 132

[43] Shiloh, S. 118

[44] Shiloh, S. 116

[45] Shiloh, S. 137

[46] Shiloh, S. 143

[47] Shiloh, S. 144

[48] Shiloh, S. 144

[49] Shiloh, S. 149

[50] Grant spekuliert in seinen Memoiren nur über die Gründe (wahrscheinlich mißverständliche Befehle), und Foote hütet sich, dem Leser hier eine genaue Lösung dieser Frage aufzutischen, sondern hält sich strikt an die überlieferten Tatsachen, wie stets bei seinen historischen Schilderungen.

[51] Shiloh, S. 155

[52] Shiloh, S. 157

[53] Shiloh, S. 158

[54] Shiloh, S. 159

[55] vgl. Schabert, Ina, S. 35

[56] zitiert nach: Schabert, Ina, S. 16

[57] vgl. Grant, Ulysses S.: Memoirs, Internet: http://home.nycap.rr.com/history/grant2.html#Ch-25

[58] Shiloh, S. 6

[59] Shiloh, S. 6

[60] Shiloh, S. 6

[61] Shiloh, S. 14

[62] Shiloh, S. 33

[63] Shiloh, S. 79

[64] Foote hält sich dabei an das von Gouverneur Harris abgegebene Protokoll (Internet: http://www.thehistorynet.com/CivilWarTimes/articles/1997/0397_text.htm), komprimiert aus dramaturgischen Gründen den Ablauf aber etwas: laut Harris dauerte der Todeskampf Johnstons etwa dreißig Minuten, in Shiloh stirbt er verhältnismäßig schnell

[65] vgl. Boatner, Mark M: The Civil War Dictionary, New York 1959, S. 55

[66] Shiloh, S. 58

[67] vgl. Shiloh, S. 57

[68] Shiloh, S. 122

[69] Shiloh, S. 116

[70] Shiloh, S. 115

[71] vgl. Shiloh, S. 172

[72] Shiloh, S. 175

[73] Shiloh, S. 175

[74] Shiloh, S. 176

[75] vgl. Schabert, Ina, S. 185

[76] Shiloh, S. 43

[77] Catton, Bruce, S. 116

[78] Shiloh, S. 41

[79] vgl. Bengston, Wayne C.: William Tecumseh Sherman – a North Georgia notable, Internet: http://ngeorgia.com/people/shermanwt.shtml

[80] Shiloh, S. 34

[81] Shiloh, S. 180

[82] Shiloh, S. 48