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Schöne Bescherung im Liebeshotel

Kuriose Weihnachtsbräuche in anderen Ländern: Wo die Nacht nicht still und schon gar nicht heilig ist

FREIBURG. Tannenbaum, Glühwein und Christmette, so feiert man bei uns das Fest der Feste. In anderen Ländern sieht Weihnachten anders aus. Da bringt eine Hexe Geschenke, der Weihnachtsmann fährt Wasserski oder der Begriff "Fest der Liebe" wird allzu wörtlich verstanden.

Frei von christlichen Traditionen konzentriert man sich in vielen asiatischen Ländern auf das, was an Weihnachten wirklich zählt: die Geschenke. "Für die meisten Koreaner ist Weihnachten kein religiöses Fest und hat auch nichts mit der Familie zu tun. Vor allem geht es darum, Geld auszugeben und Dinge zu kaufen", sagt U-Gene Kim, Student aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. "Für viele ist es auch eine Gelegenheit, auszugehen und sich zu betrinken."

Der weltliche Aspekt des Festes ist in Japan besonders ausgeprägt. Dort ist Weihnachten für junge Leute traditionell Anlass, sich in so genannten Liebeshotels näher zu kommen. Aufgrund der räumlichen Enge vieler Wohnungen in Japan existieren dort schon seit Jahrzehnten solche Herbergen, die als Zuflucht junger Liebender dienen. Es gibt sie in vielen Varianten, mal bieten sie nur ein Bett im spartanischen Zimmer, mal sind sie mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausgestattet. Es gibt auch Themenhotels, etwa in der Art eines dunklen Verlieses.

Ähnlich heiß, aber weniger schlüpfrig geht es auf der südlichen Halbkugel zu. Dort ist im Dezember Sommer, dementsprechend findet man in Neuseeland oder Australien den Weihnachtsmann am Strand. Auch auf Christbäume möchte man "down under" nicht verzichten. Da Tannen bei 35 Grad im Schatten aber viel zu schnell nadeln, feiert man lieber im Schatten eines unverwüstlichen Plastikbaums. Am Weihnachtsabend gibt es statt Glühwein und Gänsebraten denn auch eher Bier und Barbecue.

Spezielle Bräuche haben sich auch dort erhalten, wo Weihnachten mit vorchristlichen Traditionen vermischt wurde. "In Schweden bringt traditionell ein Ziegenbock aus Stroh, der ,Julbock', den Kindern die Geschenke", sagt Andreas Persson, Student aus Uppsala. Ein Ziegenbock war in der nordischen Mythologie Begleiter des Donnergottes Thor.

In Italien freuen sich die Kinder auf La Befana, eine Hexe, die ihnen am 6. Januar Geschenke bringt. Nach der Legende ist sie in der Heiligen Nacht zu spät zur Geburt Christi aufgebrochen. So besucht sie jedes Haus in der Hoffnung, dort das Jesuskind anzutreffen. Wie der Weihnachtsmann kommt sie durch den Kamin. Braven Kindern bringt sie Süßigkeiten, böse Kinder schauen in die Röhre: Sie bekommen nur ein Stück Kohle.

Matthias Fuchs

(Badische Zeitung, 24.12.2004)


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